Wissenswertes zur Putenhaltung

 

Die Aufzucht von Puten erfolgt in Deutschland in Herden. Die Tiere werden in Bodenhaltung und überwiegend in freigelüfteten Ställen (so genannte Offenställe) mit Tageslicht  gehalten. Die Ställe sind mit Stroh oder Hobelspänen eingestreut. Diese natürlichen Materialien sorgen dafür, dass die Puten ihren arttypischen Beschäftigungen wie Picken, Scharren oder Staubbaden nachgehen können. Damit es den Puten gut geht und die Luftqualität stets optimal ist, wird die Einstreu mehrmals in der Woche aufgefrischt.

Hähne und Hennen werden getrennt aufgezogen. Die Haltungsdauer ist unterschiedlich. Hennen werden 16 Wochen aufgezogen, Hähne 21 Wochen. Die Aufzucht kann in 4 Phasen aufgeteilt werden:

 

Aufzuchtphase 1:  Lebenswoche 1-5

Die Küken brauchen einen gut vorbereiteten Stall. Anfangs benötigen sie noch eine Nesttemperatur von ca. 35°C, die später Schritt für Schritt computerüberwacht und gesteuert zurückgefahren wird.

 

Aufzuchtphase 2: Lebenswoche 6-10

In dieser Zeit bilden die Puten ihr Federkleid komplett aus.

 

Aufzuchtphase 3: Lebenswoche 11-16

Diese Lebenswochen zeichnen sich durch die größten Wachstumsraten aus. Die Hennen erreichen ihr Entwicklungsoptimum und werden mit 16 Wochen verladen.

 

Aufzuchtphase 4: Lebenswoche 17-21

In dieser Phase sehen Sie nur noch männliche Puten, da die Hennen schon ausgestallt sind. Die Hähne kommen in die Geschlechtsreife und bilden ihr arttypisches Balzverhalten aus. Am Ende dieser Phase werden die Putenhähne zum Verarbeitungsbetrieb transportiert.

 

In einer Serviceperiode werden die Ställe und Stalleinrichtungen gründlich gereinigt und desinfiziert. Dieses dauert durchschnittlich 10-14 Tage. Danach werden die Stallungen wieder für eine Neueinstallung von Küken bzw. Jungputen vorbereitet und mit frischem Stroh oder Hobelspänen eingestreut sowie auf die vorgegebene Temperatur aufgeheizt. Wie viele Tiere sich einen Stall teilen, richtet sich nach der vorgeschriebenen Besatzdichte. Diese ist in den Bundeseinheitlichen Eckwerten zur Haltung von Mastputen geregelt, die die deutschen Putenerzeuger gemeinsam mit den Länderbehörden und Tierschutzorganisationen entwickelt haben. Eine solche freiwillige Vereinbarung ist einmalig in Europa.

 

Aufzugsphase 1

 

Aufzugsphase 2